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Der Berliner Diplomjournalist Helmut Bechert ergänzt den Beitrag aus Heft 5 über Unterstellung, Truppenteil-Status und Bordnummern der KSS Projekt 50 mit Belegen aus Befehlen und Organisationsanordnungen der Seestreitkräfte von 1958: die Umnummerierung der Schiffe auf dreistellige Bordnummern, die Auflösung der 3. Flottille, den Stützpunkt Saßnitz und die für 1959 geplante 6. KSS-Abteilung. Die Redaktion klärt durch Befragung der Kommandanten Kretzschmar und Dembiany, dass es vor der Brigadebildung 1960 keine KSS-Abteilung gab.
Anmerkung der Redaktion: Herr Helmut Bechert, Diplomjournalist aus Berlin, der nicht nur interessiert und kritisch unsere Broschüren liest, sondern uns auch bei vielen Recherchen tatkräftig unterstützt hat, lieferte zu dem in Heft 5 erschienenen Beitrag „KSS Pr. 50: Unterstellung, Status des Truppenteils und Bordnummern“ folgende Ergänzungen:
In der Geschichte der ersten KSS des Projektes 50 gibt es beim Blättern in historischen Dokumenten der damaligen Seestreitkräfte der NVA weitere interessante Aspekte, die bisher nicht so deutlich benannt wurden und die sicher einer genauen Aufhellung durch Zeitzeugen bedürfen.
So wird zum Beispiel die für das Ausbildungsjahr 1959 vorgesehene Änderung der Bordnummern in dreistellige zusammenhängende Ziffern (ohne Bindestrich) in dem am 25. November 1958 von Vizeadmiral Verner unterschriebenen Befehl 133/58 mit „Gründen der Wachsamkeit“ erklärt. Diese seien in einer AO 92/58 des Chefs des Hauptstabes der NVA näher benannt. Dem Befehl des Chefs der SSK folgend führten „… die Schiffe und Boote der 6. Flottille gesonderte Nummern und sind erkenntlich durch die Zehnergruppe Null“. Diese neue Systematik der Numerierung führte dann zu den Bordnummern 401 (ehemals 1-61), 501 (ehemals 1-62), 601 und 701. Die Umnumerierung sollte „… auf Außenreede oder See“ erfolgen und in der „Größenordnung nach den alten Maßen“.
Die Auflösung der 3. Flottille in Saßnitz mit Wirkung zum 1. Dezember 1958 hatte auch für KSS Folgen. Lagen die beiden Schiffe dadurch doch erstmals in einem flottilleneigenen Stützpunkt. Dieser wurde zum 5. Januar 1959 vom bisherigen Chef der 3. Flottille, Korvettenkapitän Notroff, an den damaligen Chef der 6. Flottille, Kapitänleutnant Mösch, übergeben. In der Org.-AO 44/58 des CSSK vom 26. November 1958 für das Ausbildungsjahr 1959 wird die Dienststelle als „Stützpunkt Saßnitz“ und im Befehl 133/58 des CSSK ( s. o.) zur Umnumerierung als „Stützpunkt 26 (Saßnitz)“ – offensichtlich eine taktische Nummer - bezeichnet.
Für die Struktur 1959 war neben der Umnumerierung der Schiffe und der angeordneten Verlegung der 6. Flottille nach Saßnitz als weitere Org.-Maßnahme festgelegt: „ … Der Chef der 6. Flottille hat mit Wirkung vom 1.12.1958 folgende Teilverbände neu aufzustellen:
- die TS-Brigade mit 3 Abteilungen
- die KSS-Abteilung
Das sollte laut AO 44/58 des CSSK vom 26.11.1958 bis zum 31.12.1958 abgeschlossen sein. Damit wäre meines Erachtens erstmalig die organisatorische und führungsmäßige Zusammenfassung der vorher einzeln unterstellten KSS zu einer Typschiffs-Abteilung erfolgt. An anderer Stelle der gleichen Org.-AO wird das noch bekräftigt, indem als neue Gliederung der 6. Flottille bestimmt wird: „…dem Chef der 6. Flottille sind unterstellt:
- a) Der Stabschef
- b) Der Stellvertreter für Politische Arbeit
- c) Der Stellvertreter für Rückwärtige Dienste
- d) Der Stützpunktkommandant Saßnitz
- e) Die 6. KSS-Abteilung
- mit 2 Küstenschutzschiffen (im Status „Kampfreserve“)
- f) Die 6. TS-Brigade
Dem Chef der 6. TS-Brigade sind unterstellt
- die 6. TS-Abteilung mit 9 TS-Booten (Ist: 6)
- die 4. TS-Abteilung mit 9 TS-Booten (Ist: 5)
- die 2. TS-Abteilung mit 9 TS-Booten (Ist: 0)…..“
Hier stellt sich abschließend die Frage, ob es vor der Brigadebildung am 1. Januar 1960 für das Ausbildungsjahr 1959 tatsächlich bereits eine KSS-Abteilung gab oder blieb das nur Planung? Auskunft darüber können eigentlich nur Zeitzeugen geben.
Anmerkung der Redaktion: Zeitzeugen befragen? Das war natürlich unsere Aufgabe. Auskunft gaben uns die Kommandanten der beiden im Oktober 1959 übernommenen KSS. Unabhängig voneinander bestätigten sowohl Manfred Kretzschmar als auch Dietrich Dembiany, dass sie bis zur Brigadebildung im Januar 1960 direkt dem Chef der 6. Flottille unterstellt waren. Es gab also vor 1960 mit Sicherheit keine KSS-Abteilung.
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