KSS „Berlin – Hauptstadt der DDR“
Küstenschutzschiff des Projektes 1159 (Koni-Klasse), Bau-Nr. 1159/2, Bordnummer 142, in der Volksmarine in Dienst gestellt 10. Mai 1979.
- Klasse
- Koni-Klasse (NATO) · Projekt 1159
- Typ
- Küstenschutzschiff; mit Anordnung 44/86 des Chefs der Volksmarine ab 1. Dezember 1986 als KSS 2. Ranges bezeichnet
- Bordnummern
- 142
- Sowjetischer Name / Baunummer
- „Kretschet“ (Gerfalke), sowjetische Baunummer 203; deutsche Bau-Nr. 1159/2
- Bauwerft
- Kiellegung 19. Januar 1977, Werft Nr. 203 in Selenodolsk
- Stapellauf
- 3. Juli 1978; Übernahme durch die sowjetische Seekriegsflotte 31. Dezember 1978; dokumentiert als „Kretschet“ ab 1975
- Indienststellung
- Kleine Indienststellung im Mai 1979 durch den Chef der 4. Flottille; am 10. Mai 1979 stellte der Chef der Volksmarine, Admiral Wilhelm Ehm, das KSS 142 offiziell unter dem Namen „Berlin“ in Dienst. Einige Wochen später wurde der Name in „Berlin – Hauptstadt der DDR“ geändert; die Komplettierung des Namens war von der Berliner Bezirksleitung der SED gefordert worden.
- Außerdienststellung
- Mit dem 2. Oktober 1990 hörte die Volksmarine auf zu bestehen. Die Ereignistafel nennt die „Berlin“ nicht unter den Schiffen, die danach zeitweilig im Flottendienst verblieben.
- Stützpunkt
- Warnemünde
- Verband
- 4. KSS-Abteilung der 4. Flottille; im Mai 1984 zur 4. KSS-Brigade umgebildet
Alle Angaben auf dieser Seite stammen aus den Broschüren der Marinekameradschaft KSS e.V. Die Quelle ist jeweils genannt.
Überführung
Über das Binnenwasserstraßen-System der Sowjetunion in die Ostsee nach Baltijsk überführt und dort komplettiert. Quelle: KSS-Broschüre Teil 11, Anhang 5 (Ereignistafel, Bearbeitungsschluss Dezember 2012).
Kommandanten
| von | bis | Dienstgrad und Name | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| 1979 | 1980 | Korvettenkapitän Bernd Kulbe | |
| 1980 | 1988 | Korvettenkapitän Dieter Dziuballe | verstorben 12.8.00 |
| 1988 | 1990 | Kapitänleutnant Roland Lepke |
Quelle: KSS-Broschüre Teil 2, Anhang 2 (BCH’s, ACH’s, Kommandanten Pr. 50 und 1159). Der Dienstgrad gilt für den Antritt der Dienststellung.
Aus der Ereignistafel
- 10. Der Chef der Volksmarine, Admiral Wilhelm Ehm, stellt das KSS 142 offiziell unter dem Namen „Berlin“ in Dienst. Einige Wochen später wurde der Name des Schiffes in „Berlin - Hauptstadt der DDR“ geändert. Die Komplettierung des Namens war von der Berliner Bezirksleitung der SED gefordert worden.
- Juli 27.-31. Flottenbesuch des KSS „Berlin“ zusammen mit dem Schulschiff „Wilhelm Pieck” in Tallinn (Tag der Seekriegsflotte der UdSSR). Der Besuch steht unter Leitung von Admiral Ehm.
- Juni Teilnahme der KSS „Rostock“ und „Berlin“ am Spezial-Schießabschnitt in Baltijsk mit Einsatz der Raketenkomplexe OSA-M. Beim ersten Schießen der „Berlin“ empfängt die Rakete keine Lenksignale und verfehlt ihr Ziel. Als Ursache wird eine falsche Frequenzeinstellung zwischen Startbalken und Rakete ermittelt, die aus einem Fehler in der Borddokumentation beruht. Das Schießen für die „Berlin“ auf Sturzflugscheibe wird wiederholt und für die „Rostock“ auf ferngelenktes Flugzeug La-17 freigegeben. Beide Schiffe erfüllen ihre Aufgabe mit „sehr gut“.
- Sept. 04.-12. Manöver “ Waffenbrüderschaft “ des Warschauer Vertrages, Teilnahme der KSS „Rostock“ und „Berlin“
- März 28. bis Apr. 07. KSS „Rostock“ und „Berlin“ nehmen an den KSÜ der VOF „Sojus-81“ und „Val-81“ teil, die u. a. auch der Überprüfung der Gefechtsbereitschaft der VM dienen. Von Bord des KSS „Rostock“ verfolgen der Oberkommandierende der Streitkräfte des Warschauer Vertrages, Marschall Kulikow, und der Minister für Nationale Verteidigung der DDR, Armeegeneral Hoffmann, die Manöver-Handlungen in See. Für die Leistungen beim Manöver „Sojus-81“ wird die 4. KSSA mit der Verdienstmedaille der NVA in Gold ausgezeichnet.
- Juni 15.-19. Die KSS „Rostock“ und „Berlin“ nehmen mit ihren Fla-Raketen-Komplexen am Spezialschieß-Abschnitt in Baltijsk teil. Beide Schiffe erfüllen ihre Aufgabe mit Erfolg.
- Juni 30. bis Juli 19. KSS „Berlin“ ist Führerschiff des 2. Gemeinsamen Geschwaders und wird „Bestes Kampfschiff“ des Verbandes. Zur Hafenausbildung lagen die Kampfschiffe im Fischkombinat Rostock. Erstmalig wird allen Teilnehmern das „Abzeichen für Große Fahrt“ der Volksmarine verliehen.
- 25.-29. KSS „Berlin” läuft als erstes Kampfschiff der DDR zu einem offiziellen Flottenbesuch in den Hafen von Helsinki ein. Der Besuch wird vom Chef der 4. Flottille, Kapitän zur See Rödel, geleitet.
- Mai 20. Übung „Meilenstein 82“. Mitglieder des ZK der SED (u.a. Armeegeneral Hoffmann als Verteidigungsminister) besichtigen von den KSS „Rostock“ und „Berlin“ aus Vorführungen der Volksmarine in der Prorer Wiek.
- Sept. 13.-18. Teilnahme der KSS „Rostock“ und „Berlin“ an der Übung „Herbstwind 82”. Erstmalig nehmen auch KSS 133 der 4. UAWSA an einem Manöver teil.
- Mai 04. bis Juni 06. KSS „Berlin“ ist Führerschiff des 5. Gemeinsamen Geschwaders. Zur Ausbildung liegen die Kampfschiffe im Überseehafen Rostock. Der Verband läuft Murmansk an. Bei der U-Jagd-Übung auf ein Atom-U-Boot der Nordflotte erreicht die „Berlin“ die beste Kontaktzeit und wird später „Bestes UAW-Schiff“ des Verbandes
- 24. Vom KSS „Berlin“ aus beobachten Erich Honecker, Günter Mittag, Armeegeneral Heinz Hoffmann und Admiral Ehm Vorführungen der VM in See (Übung „Meilenstein 84“).
- Okt. 07. Auszeichnung des KSS „Berlin“ mit der Verdienstmedaille der NVA in Gold
- Mai- 30. bis Juni 04. KSS „Berlin“ ist Flaggschiff eines Besuchsverbandes in Leningrad, der unter Leitung von Admiral Ehm steht. Zum Verband gehören das KSS „Waren“ und der Versorger „Darß“.
- Juli 07.-18. Spezialschießabschnitt in Baltijsk, Teilnehmer am Raketenschießen sind die KSS „Berlin“ und „Halle“. Am Torpedoschießen nehmen die KSS Pr. 133 „Perleberg“ und „Bützow“ und drei Schiffe der 1. Flottille teil.
- Okt. 10.-14. Anlässlich des 70. Jahrestages der Oktoberrevolution besuchen das KSS „Berlin“ und das Schulschiff „Wilhelm Pieck“ Leningrad. Der Flottenbesuch wird von Admiral Ehm, geleitet.
- 04.-28. 9. Gemeinsames Geschwader unter Führung der PSKF in die Nordsee bei Teilnahme des KSS „Berlin“, das den Pokal für das „Beste Kampfschiff“ und den Artilleriepokal gewinnt.
- Juli Spezialschießabschnitt in Baltijsk. KSS „Berlin“ und „Rostock“ vernichten beim Schießen mit dem Raketenkomplex OSA-M die anfliegende P-15
- Juli 19.-21 Letzter Spezialschießabschnitt der Volksmarine in Baltijsk, erfolgreicher Einsatz der OSA-M-Komplexe der KSS „Berlin“ und „Halle“ gegen P-15
- 12.-19. Takt. Training der UAW-Kräfte der VM im ÜG 054. Teilnehmer der 4. Flottille: 142, 143, 223, 241, 242, 243.
- Dez. 05.-12. Takt. Training der UAW-Kräfte der VM mit einem polnischen U-Boot. Daran nehmen 8 KSS der 4.Flottille (142, 143, 221, 222, 223, 242, 243, 244) und 3 KSS der 1. Flottille teil.
- Febr. 01.02. Außerplanmäßiger Entlassungen infolge der Militärreform reduzieren den Auffüllungsstand der 4. Flottille auf 71%. Das zwingt zur Teilkonservierung von Schiffen. Dazu zählen auch KSS 142 und die gesamte 2. KSSA.
Quelle: KSS-Broschüre Teil 11, Anhang 5 (Ereignistafel, Bearbeitungsschluss Dezember 2012). Die vollständige Chronik steht unter Ereignistafel 1956–1991.
Quellen
- KSS-Broschüre Teil 2, Anhang 1 (Taktisch-technische Daten und Bewaffnung)
- KSS-Broschüre Teil 2, Anhang 2 (BCH’s, ACH’s, Kommandanten Pr. 50 und 1159)
- KSS-Broschüre Teil 6, Anhang 2 (Ergänzende Daten zu den KSS Pr. 50 und 1159, Übersetzung aus dem Russischen; die Broschüre vermerkt dazu: „Eine Garantie für die Richtigkeit aller Angaben kann nicht übernommen werden.“)
- KSS-Broschüre Teil 11, Anhang 5 (Ereignistafel, Bearbeitungsschluss Dezember 2012)
Geschichten und Beiträge
21 Beiträge- Dieter Ballwanz, Dieter Kästner, Manfred Köhler, Peter Müller, Wolfgang Schmieder, Hans Steike, Wolfgang RuschEpisoden und GedankenBroschüre Teil 41976–1977Projekt 1159
Gemeinschaftsbericht von sieben Mitgliedern der Marinekameradschaft über den einjährigen Lehrgang von rund 100 Angehörigen der 4. Flottille an der Kaspischen Höheren Seekriegsschule (KBBMKY) in Baku von März 1976 bis März 1977 zur Vorbereitung auf die KSS Projekt 1159. Geschildert werden Vorbereitung und Anreise per Eisenbahn, die Schule und ihre Unterbringung, der Russisch- und Fachunterricht, die Stadt Baku und ihre Menschen, Freizeit, Landgänge und Exkursionen sowie die Abschlussprüfungen und der Rückflug.
- Gernot Liebke, Wolfgang Priebe, Axel HoppmannEpisoden und GedankenBroschüre Teil 41978–1990Projekt 1159
Technische Beschreibung des Fla-Raketenkomplexes OSA-M der KSS Projekt 1159 durch den Raketenwaffenleit-Offizier der „Rostock“: Zweckbestimmung und taktisch-technische Daten, Hauptbestandteile (Waffenleitanlage 8Ä13, Antennenkomplex, Startanlage ZIF-122, Raketen RZ-13), die drei erprobten Methoden der Raketenübernahme von der RTA-4, das Arbeitsprinzip der Anlage (Drei-Punkt-Methode, 1/2-Methode) sowie der Ablauf des faktischen Raketenschießens auf Seezielraketen P-15 in Baltijsk.
- Hans SteikeEpisoden und GedankenBroschüre Teil 41980er JahreProjekt 1159Projekt 133.1
Hans Steike schildert als Fortsetzung von „Stabsdienst im Stützpunkt“ (Teil 3) einen Tag des Führungspunktes des Chefs der 4. KSSA an Bord der „Rostock“ während eines taktischen Trainings der UAW-Kräfte mit einem polnischen U-Boot, der 4. UAWSA und Mi-14PL-Hubschraubern. Erläutert werden die Wachschiff-Funktion, die Instruktion zur Gefechtssicherstellung, Begleitsektoren, Bojenlinien sowie die Aufgaben des Chefs der KSSA als „Chef der Suche“ in der UAW-Zone 2 bei höheren Stufen der Gefechtsbereitschaft.
- Manfred Kretzschmar, Hans SteikeEpisoden und GedankenBroschüre Teil 51956–1990Projekt 50Projekt 1159Projekt 133.1
Manfred Kretzschmar und Hans Steike rekonstruieren die Unterstellung, den Status des Truppenteils und die häufig wechselnden Bordnummern der Küstenschutzschiffe Projekt 50 von der Gründung der Seestreitkräfte 1956 bis zum Ende der Volksmarine 1990. Der Beitrag enthält die Anordnungen zur Flottillenbildung 1956, die Führungen von 6. Flottille, KSS-Brigade, SKSSA, KSSA und 4. KSS-Brigade sowie eine chronologische Übersicht aller Bordnummern der vier Schiffe.
- Bernd KulbeEpisoden und GedankenBroschüre Teil 51978–1980Projekt 1159
Bernd Kulbe, Kommandant des KSS „Berlin“ (142), berichtet über seine Erfahrungen mit dem Fla-Raketenkomplex OSA-M: das Ausbildungsschießen auf dem sowjetischen Schiff „Delphin“ in Poti 1979, bei dem plötzlich zwei MiG-21 im Schießgebiet auftauchten, und den Raketenschießabschnitt in Baltijsk 1980, bei dem sich herausstellte, dass die Raketen der „Berlin“ wegen falsch eingestellter Leitfrequenzen seit Indienststellung ungelenkt geflogen wären. Mit Beschreibung des Zusammenwirkens mit dem polnischen Zerstörer „Warszawa“ und der beobachtenden Bundesmarine-Fregatte.
- Hans SteikeEpisoden und GedankenBroschüre Teil 61964–1985Projekt 50Projekt 1159
Hans Steike blickt anhand seiner Fotoalben auf 18 Jahre Dienst bei den Küstenschutzschiffen zurück: Waffenleitoffizier auf der „Karl Marx“, GA-II-Kommandeur auf der „Friedrich Engels“, I. Wachoffizier, Studium an der Militärakademie, Stabschef und ab 1981 Chef der KSS-Abteilung bzw. der 4. KSS-Brigade. Er beschreibt die Außerdienststellung der Projekt-50-Schiffe, die Einführung der KSS Projekt 1159 mit Lehrgängen in Baku und Praktika in Poti, die Gemeinsamen Geschwader der Verbündeten Ostseeflotten, Manöver, Flottenbesuche und die Motive für seinen Dienst.
- Bernd Kulbe, Klaus GeruschkeEpisoden und GedankenBroschüre Teil 61979–1981Projekt 1159
Der erste Kommandant Bernd Kulbe und sein Politstellvertreter Klaus Geruschke gehen der Frage nach, wann und ob das am 10. Mai 1979 in Dienst gestellte KSS „Berlin“ offiziell in „Berlin – Hauptstadt der DDR“ umbenannt wurde. Anhand von Glückwunschschreiben, Presseberichten, dem Flottenbesuch in Tallinn 1979, dem Delegationsbesuch in Berlin und dem aus Münzlegierung gefertigten Namensschild zeichnen sie die widersprüchliche Namensverwendung nach.
- Klaus MartinAmüsantesBroschüre Teil 61981Projekt 1159
Bei einer sonntäglichen Alarmierung durch das Kommando der Volksmarine im Herbst 1981 verlegt der I. WO Klaus Martin die „Rostock“ in dichtem Nebel und ohne den noch fehlenden Kommandanten zur Raketenübernahme an die Ölpier – mit lauter Stellvertretern auf den Stationen und dem Kommandanten als Zuschauer mit Fahrrad auf der Pier.
- Hans SteikeAmüsantesBroschüre Teil 61979Projekt 1159
Während des Bordpraktikums der zukünftigen „Berlin“-Besatzung in Poti 1979 wird ein kleiner, verwahrloster Rüde mit dem Namen „Schweinchen“ zum Maskottchen der Besatzung. Als die Dienststelle die streunenden Hunde abschießen lässt, retten ihn Angehörige einer Ausbildungsgruppe, indem sie ihn auf dem Wohnschiff verstecken.
- Adolf TippachEpisoden und GedankenBroschüre Teil 71913–1990Projekt 50Projekt 1159Projekt 133.1
Adolf Tippach zeichnet die Geschichte des Marinestützpunktes Hohe Düne in Warnemünde von 1913 bis 1990 nach: vom kaiserlichen Marinefliegerstützpunkt und Seeflug-Versuchskommando über Flugzeugbau, Fliegerschule und Fliegerhorst der Luftwaffe bis zur Nachkriegszeit und zum Aufbau der Flottenbasis West und der 4. Flottille der Volksmarine. Beschrieben werden die Bauphasen des Stützpunktes, die Veränderungen im Schiffsbestand, das Minenräumen 1963/64, die Stationierung der KSS ab 1965 sowie die Übergabe an die Bundesmarine im Oktober 1990. Mit Lageplänen und einer Übersicht der Chefs der 4. Flottille.
- Bernd Meyer, Manfred Uhlenhut, ArmeerundschauIn alten Zeitschriften geblättertBroschüre Teil 81987Projekt 1159
Nachdruck einer Reportage aus der „Armeerundschau“ über den Flottenbesuch des KSS „Berlin“ und des Schulschiffes „Wilhelm Pieck“ in Leningrad im Oktober 1987. Im Mittelpunkt stehen Stabsmatrose Steffen Silze und Admiral Wilhelm Ehm, für die es jeweils die letzte große Fahrt im aktiven Dienst war, sowie Begegnungen mit sowjetischen Matrosen, Sehenswürdigkeiten und der Besucherandrang auf den Schiffen.
- Hendrik BornEpisoden und GedankenBroschüre Teil 81989–1990Projekt 50Projekt 1159Projekt 133.1
Der letzte Chef der Volksmarine, Vizeadmiral Hendrik Born, gibt Auszüge aus einem Zeitzeugen-Interview des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes Potsdam (2005) wieder. Themen sind sein Selbstverständnis als Berufssoldat, die Gefechtsbereitschaft der VM, die Reformbewegung und Parteiaustritte 1989/90, die Reformpläne unter Admiral Hoffmann und Minister Eppelmann, die Treffen mit dem Inspekteur der Bundesmarine Vizeadmiral Mann auf der „Lütjens“ und die Stilllegung der Flotte zum 3. Oktober 1990.
- Armeerundschau 4/89 (Bernd Meyer, Manfred Uhlenhut)In alten Zeitschriften geblättertBroschüre Teil 91989Projekt 1159
Reportage aus der „Armeerundschau“ 4/89 über Stabsoberfähnrich Kurt Kroh, den Bootsmann des KSS „Berlin“, seine Aufgaben für die seemännische Kultur an Bord, das Messingputzen und Pönen sowie sein Hobby, das Knoten von Bootsmannsmaaten-Schnüren. Zugesandt von Wolfgang Peschenz.
- Helmut BechertLeser melden sich zu WortBroschüre Teil 91959–1971Projekt 50Projekt 1159
Helmut Bechert ergänzt den Beitrag aus Heft 5 anhand zeitgenössischer Anordnungen des Chefs der SSK bzw. CVM: die Gruppeneinteilung der KSS-Brigade 1959 in Kampfkern und Kampfreserve, die Unterstellung unter die 1. Flottille 1961, die Status-Veränderung 1962 mit sowjetischen Schiffbau-Nummern sowie die Umbenennung in 4. KSS-Abteilung 1971.
- Hans SteikeEpisoden und GedankenBroschüre Teil 101945–1990Projekt 50Projekt 1159Projekt 133.1
Übersicht über die Wachschiffe (SKR) der sowjetischen Seekriegsflotte von 1945 bis 1990 nach der Beilage „Morskaja kollekzija“: Projekte 29, 42, 50, 159, 35, 1159, 1135, 11351 und 11540 mit Entwicklungsgeschichte, Bauzahlen, Exporten und taktisch-technischen Daten. Die Projekte 50 und 1159 fuhren als KSS in der Volksmarine der DDR.
- Ernst Gebauer, Armeerundschau 1/81In alten Zeitschriften geblättertBroschüre Teil 101980Projekt 1159
Reportage des Militär-Reporters Oberstleutnant Ernst Gebauer aus der Armeerundschau 1/81 über den „Seemannssonntag“ mit Sport an Bord des KSS „Berlin – Hauptstadt der DDR“: Hindernislauf an Bord, Tauchen, Kampfanzugschwimmen in See, Feudelhockey, Luftgewehrschießen und Wurfpfeilwerfen. Kommandant Korvettenkapitän Kulbe und Politstellvertreter Kapitänleutnant Geruschke kommen zu Wort.
- Helmut BechertLeser melden sich zu WortBroschüre Teil 101971Projekt 50
Helmut Bechert erläutert die Hintergründe der Umbenennung des KSS-Truppenteils in 4. KSSA und der letzten Bordnummer-Änderung auf 141 und 142 am 1. Dezember 1971: den Ministerbefehl 150/71 zur Bezeichnung und taktischen Nummerierung in der NVA, die gleichzeitigen Umbenennungen anderer Verbände der Volksmarine und die Regelungen zu Truppenfahnen und Fahnenschleifen.
- Armeerundschau 4/81, Oberstleutnant GebauerIn alten Zeitschriften geblättertBroschüre Teil 111981Projekt 1159
Leicht gekürzter Nachdruck einer Reportage aus der Armeerundschau 4/81 (Reporter Oberstleutnant Gebauer) über das KSS „Berlin – Hauptstadt der DDR“. Am Beispiel des Kommandeurs des Gefechtsabschnittes Maschine, Kapitänleutnant Sikorski, wird beschrieben, wie neue Besatzungsmitglieder ihre Gefechtsrolle lernen: Während einer Ausbildungsfahrt muss die Turbine kurzfristig zur U-Boot-Suche eingesetzt werden, und der junge Turbinengast Obermatrose Salbach bewährt sich wie zuvor der Pumpengast Gutschmidt.
- Ostsee-Zeitung vom 14./15. Mai 1983, Horst WestphalIn alten Zeitschriften geblättertBroschüre Teil 111978–1983Projekt 1159
Nachdruck eines Artikels von Horst Westphal aus der Ostsee-Zeitung vom 14./15. Mai 1983 über die Trophäen des KSS „Rostock“ fünf Jahre nach der Indienststellung: den Pokal für die beste U-Boot-Jagd (Hydrogast Knut Koppenhagen), den Pokal für das „Beste Schiff“ einer Geschwaderfahrt, den Sieg des Obersteuermanns Holger Lach als bester Steuermann, die NVA-Verdienstmedaille, das Minenklarmachkommando und die Pokale des Kommandanten Fregattenkapitän Günter Senf als „Bester Kommandant der Flottille“ 1981 und 1982.
- Jürgen SchaarschmidtEpisoden und GedankenBroschüre Teil 111984Projekt 133.1Projekt 1159
Jürgen Schaarschmidt, Kommandeur der 4. UAW-Schiffsabteilung, schildert den 14. Mai 1984: Beim Sichern des Auslaufens des 5. Gemeinsamen Geschwaders der verbündeten Ostseeflotten entdeckt die „Bützow“ (244) den Tender „Donau“ der Bundesmarine, der innerhalb der Reede Warnemünde in den Hoheitsgewässern der DDR vor Anker liegt, dokumentiert die Grenzverletzung und weist das Schiff aus den Hoheitsgewässern. Der Vorfall führt zu Presseveröffentlichungen und einem diplomatischen Protest.
- Dieter BallwanzAmüsantesBroschüre Teil 111986Projekt 1159Projekt 133.1
Dieter Ballwanz, Kochinstrukteur im Verpflegungsdienst der 4. Flottille, gibt Tagebuchnotizen vom Spezialschießabschnitt in Baltijsk vom 5. bis 19. Juli 1986 wieder: Verpflegungsübergaben an die Schiffe, Bierbedarfsrechnung für 260 Mann, Einkaufswünsche der Daheimgebliebenen, Sauwetter ohne Auslaufen, Empfänge für Chefs und Kommandanten, ein Streit um Strichlisten auf dem Gefechtsversorger E-41 und der Besuch des Chefs der Volksmarine. Mit einer Anmerkung der Redaktion zur Sonderstellung von Fritz Schmökel.
Aus der Ereignistafel
Gesamte Chronik1979
Der Chef der Volksmarine, Admiral Wilhelm Ehm, stellt das KSS 142 offiziell unter dem Namen „Berlin“ in Dienst. Einige Wochen später wurde der Name des Schiffes in „Berlin - Hauptstadt der DDR“ geändert. Die Komplettierung des Namens war von der Berliner Bezirksleitung der SED gefordert worden.
Flottenbesuch des KSS „Berlin“ zusammen mit dem Schulschiff „Wilhelm Pieck” in Tallinn (Tag der Seekriegsflotte der UdSSR). Der Besuch steht unter Leitung von Admiral Ehm.
1980
Teilnahme der KSS „Rostock“ und „Berlin“ am Spezial-Schießabschnitt in Baltijsk mit Einsatz der Raketenkomplexe OSA-M. Beim ersten Schießen der „Berlin“ empfängt die Rakete keine Lenksignale und verfehlt ihr Ziel. Als Ursache wird eine falsche Frequenzeinstellung zwischen Startbalken und Rakete ermittelt, die aus einem Fehler in der Borddokumentation beruht. Das Schießen für die „Berlin“ auf Sturzflugscheibe wird wiederholt und für die „Rostock“ auf ferngelenktes Flugzeug La-17 freigegeben. Beide Schiffe erfüllen ihre Aufgabe mit „sehr gut“.
Manöver " Waffenbrüderschaft " des Warschauer Vertrages, Teilnahme der KSS „Rostock“ und „Berlin“
1981
KSS „Rostock“ und „Berlin“ nehmen an den KSÜ der VOF „Sojus-81“ und „Val-81“ teil, die u. a. auch der Überprüfung der Gefechtsbereitschaft der VM dienen. Von Bord des KSS „Rostock“ verfolgen der Oberkommandierende der Streitkräfte des Warschauer Vertrages, Marschall Kulikow, und der Minister für Nationale Verteidigung der DDR, Armeegeneral Hoffmann, die Manöver-Handlungen in See. Für die Leistungen beim Manöver „Sojus-81“ wird die 4. KSSA mit der Verdienstmedaille der NVA in Gold ausgezeichnet.
Die KSS „Rostock“ und „Berlin“ nehmen mit ihren Fla-Raketen-Komplexen am Spezialschieß-Abschnitt in Baltijsk teil. Beide Schiffe erfüllen ihre Aufgabe mit Erfolg.
KSS „Berlin“ ist Führerschiff des 2. Gemeinsamen Geschwaders und wird „Bestes Kampfschiff“ des Verbandes. Zur Hafenausbildung lagen die Kampfschiffe im Fischkombinat Rostock. Erstmalig wird allen Teilnehmern das „Abzeichen für Große Fahrt“ der Volksmarine verliehen.
KSS „Berlin" läuft als erstes Kampfschiff der DDR zu einem offiziellen Flottenbesuch in den Hafen von Helsinki ein. Der Besuch wird vom Chef der 4. Flottille, Kapitän zur See Rödel, geleitet.
1982
Übung „Meilenstein 82“. Mitglieder des ZK der SED (u.a. Armeegeneral Hoffmann als Verteidigungsminister) besichtigen von den KSS „Rostock“ und „Berlin“ aus Vorführungen der Volksmarine in der Prorer Wiek.
Teilnahme der KSS „Rostock“ und „Berlin“ an der Übung „Herbstwind 82". Erstmalig nehmen auch KSS 133 der 4. UAWSA an einem Manöver teil.
1984
KSS „Berlin“ ist Führerschiff des 5. Gemeinsamen Geschwaders. Zur Ausbildung liegen die Kampfschiffe im Überseehafen Rostock. Der Verband läuft Murmansk an. Bei der U-Jagd-Übung auf ein Atom-U-Boot der Nordflotte erreicht die „Berlin“ die beste Kontaktzeit und wird später „Bestes UAW-Schiff“ des Verbandes
Vom KSS „Berlin“ aus beobachten Erich Honecker, Günter Mittag, Armeegeneral Heinz Hoffmann und Admiral Ehm Vorführungen der VM in See (Übung „Meilenstein 84“).
Auszeichnung des KSS „Berlin“ mit der Verdienstmedaille der NVA in Gold
1985
KSS „Berlin“ ist Flaggschiff eines Besuchsverbandes in Leningrad, der unter Leitung von Admiral Ehm steht. Zum Verband gehören das KSS „Waren“ und der Versorger „Darß“.
1986
Spezialschießabschnitt in Baltijsk, Teilnehmer am Raketenschießen sind die KSS „Berlin“ und „Halle“. Am Torpedoschießen nehmen die KSS Pr. 133 „Perleberg“ und „Bützow“ und drei Schiffe der 1. Flottille teil.
1987
Anlässlich des 70. Jahrestages der Oktoberrevolution besuchen das KSS „Berlin“ und das Schulschiff „Wilhelm Pieck“ Leningrad. Der Flottenbesuch wird von Admiral Ehm, geleitet.
1988
9. Gemeinsames Geschwader unter Führung der PSKF in die Nordsee bei Teilnahme des KSS „Berlin“, das den Pokal für das „Beste Kampfschiff“ und den Artilleriepokal gewinnt.
Spezialschießabschnitt in Baltijsk. KSS „Berlin“ und „Rostock“ vernichten beim Schießen mit dem Raketenkomplex OSA-M die anfliegende P-15
1989
Letzter Spezialschießabschnitt der Volksmarine in Baltijsk, erfolgreicher Einsatz der OSA-M-Komplexe der KSS „Berlin“ und „Halle“ gegen P-15
Takt. Training der UAW-Kräfte der VM im ÜG 054. Teilnehmer der 4. Flottille: 142, 143, 223, 241, 242, 243.
Takt. Training der UAW-Kräfte der VM mit einem polnischen U-Boot. Daran nehmen 8 KSS der 4.Flottille (142, 143, 221, 222, 223, 242, 243, 244) und 3 KSS der 1. Flottille teil.
1990
Außerplanmäßiger Entlassungen infolge der Militärreform reduzieren den Auffüllungsstand der 4. Flottille auf 71%. Das zwingt zur Teilkonservierung von Schiffen. Dazu zählen auch KSS 142 und die gesamte 2. KSSA.
