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Wappen der Marinekameradschaft KSS e.V. Warnemünde: Anker mit LorbeerkranzDie Geschichte von KSSKüstenschutzschiffe der Volksmarine 1956–1990
Amüsantes

Vorbeugende Instandsetzung von Elektromotoren

In der Neptunwerft läuft durch eine offene Lenzleitung der Hilfsmaschinenraum eines KSS voll Wasser. Zwölf E-Motoren müssen zerlegt und getrocknet werden – was das Maschinenpersonal kurzerhand als „vorbeugende Instandsetzung“ deklariert. Der Abteilungschef lobt die Initiative und empfiehlt sie allen Schiffen.

Unser Schiff lag an der Pier in der Neptunwerft. Das Maschinenpersonal war zum Frühsport auf dem Achterdeck angetreten, als die Katastrophenmeldung ankam: „Wassereinbruch im Hilfsmaschinenraum!“

Der Leitende Ingenieur hatte als Erster die Situation richtig erkannt und sprang, in Hemd und Hose, mit einem Leckkeil in der Hand, über Bord, um das Austrittsrohr von der Lenzanlage zu verschließen. Der Lenzejektor war noch ausgebaut und die offene Leitung die Ursache für das Eindringen des Wassers. Durch die oberflächlich durchgeführten Kontrollen des diensthabenden Maschinisten war der Hilfsmaschinenraum erst langsam und dann immer schneller vollgelaufen.

Der entstandene Schaden war glücklicherweise gering und konnte mit eigenen Mitteln behoben werden. Insgesamt 12 verschiedene E-Motoren mußten vollständig demontiert, getrocknet und wieder zusammengebaut werden. Das aber wurde vom Maschinenpersonal offiziell als vorbeugende Instandsetzung deklariert um die kollektive Fehlhandlung nicht wettbewerbswirksam werden zu lassen.

Als am nächsten Tag der Abteilungs-Chef, von Beruf Elektriker, zufällig auf dem Oberdeck die dort zum Trocknen lagernden zerlegten Motoren sah und vom E-Meister fachkundig über die „Vorbeugende Instandsetzung“ informiert wurde, sparte er nicht mit Lob und regte an, diese Initiative zur Erhöhung der Einsatzbereitschaft doch auf allen Schiffen der Abteilung durchzusetzen.

— Lothar Kolditz

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