Der Lotto-Gewinn, oder: Was wird aus einem bestellten Pelzmantel?
Die Lotto-Gemeinschaft der Stabsoffiziere der 4. UAWSA glaubte, mit fünf Richtigen und Zusatzzahl über 100.000 Mark gewonnen zu haben; die Frauen orderten bereits einen Pelzmantel. Am Montag stellte sich heraus, dass es nur ein „Fünfer ohne Zusatzzahl“ war – am Ende blieben 650 Mark pro Mitspieler.
Alle Offiziere des Stabes der 4. UAWSA – ich als ACH nicht ausgenommen – hatten eine Lotto-Gemeinschaft für das Spiel 6 aus 49 gegründet. Man spielte einen gemeinsamen Systemschein für die Auslosungen sowohl der ersten als auch der zweiten Ziehung. Als Schatzmeister unserer Tip-Gemeinschaft fungierte der Wachtmeister der Abteilung. Er trieb die finanziellen Anteile für die notwendigen Ausgaben bei allen Mitspielern ein, sorgte für die rechtzeitige Einzahlung des Einsatzes bei der Annahmestelle und verwaltete die Gewinne aus dem Spiel. Es war zwischen allen Mitspielern vereinbart, dass die kleineren Gewinne in der Kasse verbleiben und nur der ganz große Gewinn zu gleichen Teilen an alle zur Auszahlung kommen sollte.
Nach vielen kleineren Gewinnen gelang der Lotto-Gemeinschaft dann endlich der ersehnte große Wurf in Gestalt von fünf Richtigen mit Zusatzzahl. Die Aussichten in dieser Gewinnklasse lagen nach allen Erfahrungen meist bei über 100.000 Mark. Unmittelbar nach der Sonntags-Ziehung wurden dann sehr freudige Telefonate zwischen allen Mitspielern geführt und in jeder Familie wurde schon etwas vorgefeiert. Erste Pläne zur Verwendung des unerwarteten Segens wurden geboren. Am Montagmorgen – wir Männer waren ja wieder im Dienst – wurden dann einzelne Frauen der Mitspieler bereits aktiv und orderten die ersten größeren Anschaffungen. Eines dieser Teile soll ein sehr schöner und entsprechend teurer Pelzmantel gewesen sein.
Leider stellte sich noch am gleichen Vormittag nach Anruf unseres Schatzmeisters bei der Lotto-Gesellschaft heraus, dass wir nur einen „Fünfer ohne Zusatzzahl“ gelandet hatten. Wir hatten übersehen, dass die Zusatzzahl nicht in die Zahlenreihe unseres Systemscheines passte - oder so ähnlich. Genau bekomme ich es nicht mehr zusammen. Jedenfalls erwies sich unser „großer Gewinn“ als Seifenblase. Darüber konnte auch nicht hinwegtrösten, dass später erstmals und einmalig für unsere Gemeinschaft an jeden Mitspieler ein Betrag von 650 Mark ausgezahlt wurde. Für einen Pelzmantel dürfte das wohl kaum gereicht haben. Was aus dieser Bestellung letztendlich geworden ist, darüber war nichts mehr zu erfahren.
— Bernd Eue
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